Vita

1962  in München geboren
1983  Abitur
1985  Designstudium an der Fachhochschule Trier
1989  Abschluss als Diplom-Designer
1989-1992  Studium der freien Malerei an der staatlichen Kunstakademie München bei Professor Helmut Sturm Abschluss als akademischer Maler
1992-1994  Fortsetzung des Studiums an der staatlichen Kunstakademie 
Frankfurt (Städelschule) bei Professor Raimer Jochims
seit 1990  Dozent an der Europäischen Kunstakademie Trier 
1997, 1999  Gastdozent an der Kunstakademie Esslingen

2000-2001  Lehrauftrag für Malerei an der Justus-Liebig-Universität Gießen

2001  Kunstpreis „Prix du Senat“ des 29. Salon International du Parc Maurice Rocheteau Revin (F)
1992-2003  in Heimbuchenthal (Spessart)
2003-2009  in Tiefenberg (Ofterschwang) Allgäu
2009-2010  in Stegen/Inning am Ammersee
seit 2010  in Bad Rodach Ot. Heldritt
seit 2011  Dozent an der Kunstakademie Bad Reichenhall

seit 2013  Dozent an der Kunstakademie Allgäu
2012-2014  Workshops in der Orangerie Rosenau bei Coburg

2014  Kunstpreis „blauorange“ Kunstverein Coburg

seit 2015  Dozent an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor



Einzelausstellungen

Plattform 3/3 Städtische Galerie Friedrichshafen

 

Digital Equipment, München
Galerie Buntsteinbogenhaus, Obernburg
Diözesanmuseum, Trier
Frankfurter Büro Center der DEGI, Frankfurt
Kreiskrankenhaus St. Franziskus, Saarburg
Kirche u. Pfarrzentrum St. Johannes, Heimbuchenthal
Kreiskrankenhaus Erlenbach
Galerie Frank, München
Galerie G. Raber „Hinter Lehnchens Haus“ Koblenz Bendorf
Galerie Augenblick, Tannheim/Österreich
MVZ Medizinisches Versorgungszentrum, Kempten
Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie Trier
Galerie zur Baliere, Frauenfeld/Schweiz

Plattform 3/3 Städtische Galerie Friedrichshafen

Ankäufe und Auftragsarbeiten für den öffentlichen Raum

Achenbach Art Consulting für BMW München
Hypo-Kulturstiftung München
Diözesanmuseum Trier
Generalvikariat Trier
Kreuzweg Pfarrkirche Pius X, Konz-Oberemmel
Altarbild Krankenhauskapelle Kreiskrankenhaus Saarburg
Gemälde für den Eingangsbereich Altenheim Saarburg
Frankfurter Büro Center der DEGI, Frankfurt
Diözesanmuseum Würzburg

Altarbild für Pfarr- und und Wallfahrtskirche Maria Sondheim, Arnstein

Gemälde für den Empfangsbereich des Tagungshauses St. Ulrich Augsburg



Gruppenausstellungen (Auswahl)

Galerie 86, Trier
Tuchfabrik, Trier
Haus der Kunst, München
Kunstverein Burghausen
Galerie Rohrbach, Kochsmühle Obernburg
Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie Trier
Ateliergalerie Walter Rosam, Hobbach
Diözesanmuseum, Trier
Kunstverein Giebelstadt
Galerie Frank-Haus, Marktheidenfeld
Otto-Richter-Halle, Würzburg
Galerie der Kreissparkasse Esslingen
Kunstlanding, Aschaffenburg
Kunstforum am Airport, Stuttgart
Städtische Galerie Jesuitenkirche, Aschaffenburg

Sparkassen - Kundenzentrum Karlsruhe
Kunsthaus Rhenania, Köln
Galerie Bethge, Erfurt
Galerie der Stadt Feldkirch, Villa Claudia/Österreich
Galerie Mario Teres u. Julia Loytved, Marburg
Galerie Marita May, Daun
Chateau Parc Maurice Rocheteau, Revin/Frankreich
Galerie 69 Hanau
Galerie Maria Kreuzer, Amorbach
Galerie Breitenbach u. Pötschick, Aschaffenburg
Kulturfabrik Pasing, München
Hofgartensaal der Residenz, Kempten
BBK Ausstellung Rathaus Pfronten
Museum der Stadt Füssen
Villa Jauss Oberstdorf
Kunstverein Coburg
Giechburg Bamberg

Museum am Dom Würzburg

Galerie zur Baliere Frauenfeld Schweiz

Galerie Frank

München



Gewissheit und Unschärfe

Der Gegenstand der Kunst entspricht bei Matthias Kroth weder einer nur äußeren Realität, noch einem bloß subjektiven Ausdruck. Es handelt sich in erster Linie um eine bildnerische Wirklichkeit, die sich vor allem an malerischer Qualität und an einer komplexen Erfahrungswelt orientiert. Ein Maßstab dafür ist der Mensch, angedeutet in der menschlichen Figur und offensichtlich in der ganz persönlichen Wirklichkeitserfahrung des Künstlers. Als stilbildend erweist sich die Unmittelbarkeit des Schöpfungsprozesses, an dem Matthias Kroth den Betrachter teilhaben lässt. Am fertigen Bild ist die vielschichtige und spannungsreiche Vollendung der Zeichnung oder des Gemäldes ablesbar.

 

 

„Die Entstehung eines Bildes ist ein Prozess mit viel Eigendynamik. Das kommt einerseits vom malerischen Prozess selbst, andererseits von allem, was nicht Malerei ist“.*

 

 

Farbformen und Pinselzeichnungen reagieren bei der Bildentstehung auf eine so direkte Weise miteinander, dass der Eindruck von naturgemäßen, inneren Schöpfungsprinzipien entsteht. „Es geht mir um die Feinarbeit bei der komplexen Verzahnung von Bildebenen, Farbflächen und Zeichnung. Aus der eigenen Geschichte gewachsen, ohne der Versuchung zu erliegen, elegante Lösungen anzustreben“.

 

Die sinnliche Kraft des Duktus bewirkt, dass der hohe Grad an Abstraktion nicht zur Abkehr von der menschlichen Figur wird, sondern zum Blick in die innere Wirklichkeit des Menschen. Durch seine malerische Euphorie und Sicherheit gelingt es Matthias Kroth, die materielle, sichtbare Oberfläche zu überwinden und einzutauchen in die Welt, die der Mensch in sich trägt und die er in sich aufnimmt – unbewusst und bewusst, in der Gegenwart und seit Jahrtausenden. Der Wechsel an Farben, Formen, die Andeutungen von Räumen und Dingen verleihen den Figuren Leben. Selbst wenn sie als Einzelpersonen erscheinen, so sind sie nicht isoliert, sondern in ein vielfältiges Netz von Beziehungen, atmosphärischen Konstellationen Situationen eingebunden. Das nicht eindeutig Wahrnehmbare, sondern das Ungefähre unterstützt das Lebendige als ein Prinzip der inneren Kräfte im psychischen und physischen Sinne.

 

„Wie kann ich dem eigenen Erleben und Wahrnehmen malerisch gerecht werden? Orientiert an der Körpererfahrung ist es immer wieder ein Versuchen und ein sich mit Mühen dem Medium aussetzen. Das WIE in der Malerei kann sich nur Erproben am WAS“.

 

Auch der nicht sichtbare Teil des Menschen, seine Energie, Gedanken, Gefühle, Worte sind an seinen Körper gebunden, können sich nicht ohne diesen entwickeln. Aus dem Gefängnis des Körpers, aus den Bedingungen der Realität, des Offensichtlichen, der chemischen und physikalischen Prinzipien des Lebens, findet der Mensch immer wieder faszinierende Wege, die diese Grenzen überschreiten. Hoffnung, Sehnsucht, Zweifel sind Passagen, durch die der Mensch die Bereiche des Eindeutigen, der Rationalität, der Kontrolle hinter sich lässt und in die weiten Bereiche der Unschärfe gelangen kann. „Du sollst dir kein Bildnis machen…“ ist der Imperativ, der den Maler aus dem Offensichtlichen in die Welt des Sinnbilds entlässt. Spontanität, Offenheit und Vieldeutigkeit heben bereits im Entstehen des Kunstwerks die Trennung von Natur und Kultur, linearem Zeitverständnis und Zeitlosigkeit, Individuum und Menschheit auf.

 

„Ich brauche die Weltbezüge, um mich nicht in Stilbungen zu verlieren. Authentische Erfahrungen und Erarbeitetes von persönlich wirklicher Relevanz, und das Folgen eigener Recherchen – und nicht Strategien – sind ausschlaggebend. Die Figuren in meinen Bildern tragen autobiografische Züge und formulieren gleichzeitig kollektive menschliche Fragen. Sie sind vertraut und fremd und haben etwas Unaussprechliches – fern von Gigantomanie und Prätention“.

 

Auch wenn der Ausgangspunkt des Kunstwerks geprägt ist von der Individualität des Künstlers in der Gegenwart, so verändert sich dieser beim Arbeiten. Die Komplexität des Vorgangs beinhaltet gleichzeitig auch ihre Verwesentlichung. So bewirkt z. B. die Kombination von abstrakten Bildelementen mit Teilen der sichtbaren Realität eine Verdichtung des Individuellen zum Allgemeinen. Und umgekehrt erhält die konkretisierte Figur eine innere Würde und ein spürbares Selbstverständnis aus dem überpersönlichen abstrakten Kontext. Die Malerei und Zeichnung von Matthias Kroth oszilliert in Zwischenräumen, fügt sich ein zwischen umfassender malerischer Erfahrung und Kenntnis und naturhaftem Schöpfungsvorgang, zwischen Werden und Existieren, Sehen und Erkennen. Die Aufhebung der Grenzen führt zum Wesentlichen. Das Potential der Vieldeutigkeit, in den identifizierbaren Figuren zwischen Entstehung und Auflösung, wirkt äußerst suggestiv und offen für Assoziationen. Die nur angedeuteten Physiognomien, Körperhaltungen und -formen bewirken eine sukzessive Ausweitung der Bezüge innerhalb eines Bildes in Bereiche außerhalb der Bildwelten.

 

Der künstlerische Eingriff formt aus dem für jeden Menschen verfügbaren Material der Wirklichkeit eine sinnliche Präsenz und anschauliche Lebendigkeit, wobei die mit der Figuration verbundenen Ideen des Künstlers im Mittelpunkt stehen.

 

Die Bilder von Matthias Kroth ermöglichen in einem besonderen Maße einen Wechsel der Richtungen von Bildrealität zur persönlichen Realität und damit eine intensive Kommunikation der „Parallelwelten“ in und außerhalb der Bilder. Somit ist der Betrachter aufgerufen, das komplexe Kunstwerk für sich persönlich zu vollenden, indem er dem Künstler auf seiner stimulierenden Reise zwischen Figur und Figuration folgt und das anschauliche Bild mit seinen Erfahrungen für sich persönlich lebendig macht.

 

 

* aus Matthias Kroth: „Gedanken zu meiner Malerei“,
unveröffentlichtes Manuskript, 2008

Text aus Ausstellungskatalog, 2008

Matthias Kroth: Tiefenberg, 2008

 

Dr. Gabriele Lohberg,
Kunsthistorikerin und Leiterin der Europäischen Kunstakademie Trier